2016: Kinderjury der Freien Montessori Schule in Berlin

In jedem BEO-Jahrgang wird auch der Preis der Kinderjury vergeben. In diesem Jahr küren Schüler der Freien Montessori Schule in Berlin-Köpenick ihren eigenen Preisträger des Deutschen Kinderhörbuchpreises.

Eine Expertengruppe von 18 Kindern der Klassenstufe 4 und 5 zunächst Kriterien für ein gelungenes Hörbuch, setzt sich in vielfältiger künstlerischer Weise selber kreativ mit dem Thema Hören und Hörbuch auseinander und wählt schließlich aus der Alterskategorie II der diesjährigen BEO-Longlist ihren eigenen Favoriten.

Bereits vor den Sommerferien starteten die BEO-Kids ihre Juryarbeit. Ein Filmteam begleitet sie bei ihrer spannenden Hör-Arbeit. Der Mitschnitt des Kreativprozesses wird schließlich auf der feierlichen Preisverleihung des Deutschen Kinderhörbuchpreises präsentiert.

Freie Montessori Schule Berlin


Die BEO-Kids

Die Gruppe der BEO-Kids freut sich sehr, dass sie die ehrenvolle Aufgabe haben, den „Preis der Kinderjury“ für den BEO 2016 auszuwählen. Gemeinsam mit der Bibliothekarin Elke Lydike und den Pädagoginnen Johanna Roethke und Jana Rieger tauchen sie mehr und mehr in die spannende Hör-Arbeit ein…

Die Schule

Die Freie Montessori Schule Berlin ist eine staatlich anerkannte private Bildungseinrichtung für 320 Kinder und Jugendliche im Alter von 1,5 bis 19 Jahren, in freier Trägerschaft der Montessori-Stiftung Berlin, die nach den Grundsätzen der Montessori-Pädagogik arbeitet. Sie ist gegliedert in ein Kinderhaus, Grundschule, Oberschule und Oberstufe.

Die Idee, eine Schule für alle Kinder zu werden – also den Inklusionsgedanken zu leben – begleitet und motiviert die Initiatoren der Freien Montessori Schule seit ihrer Gründung im Jahr 2004. Jeder Mensch ist einzigartig. Und das ist ein Grund, das Leben zu feiern. Diesem Motto getreu, begreift die Schule Vielfalt in der Gemeinsamkeit. Inklusion ist weit mehr als die Integration Andersartiger in eine Gruppe. Es ist das JA zur Verschiedenheit. Wie Maria Montessori sagte: „Der Weg, den die Schwachen gehen, um sich zu stärken, ist der gleiche, den die Starken gehen, um sich zu vervollkommnen.“

An jedem Schultag verbringen die Kinder und Jugendlichen acht Stunden mit verschiedenen Arten von Arbeit, wobei das Haus auch offen ist für externe Fachleute: Musikangebote (Geige, Klavier, Gitarre) aber auch Logopädie- oder Ergotherapie-Termine finden während des Vormittags statt. Jede Lerngruppe wird immer von zwei Pädagogen geleitet. Pro Stufe verstärken ein bis zwei weitere Pädagogen und einige Schulhelfer die Lerngruppen und ermöglichen individuelle Unterstützung ebenso, wie Exkursionen und die parallele Arbeit an verschiedenen Lernorten. Die Eltern sind dabei ein wichtiger Teil des Schulkonzeptes: Sie übernehmen im Rahmen von Elternarbeitsstunden Kurse, betreuen die Bibliothek oder begleiten Kinder auf Exkursionen an andere Lernorte (Sternwarten, Museen, Tierpark, u.v.m.). Hinter dem Schulgelände beginnt ein ausgedehnter Wald, der den Kindern und Jugendlichen großartige Naturerfahrungen ermöglicht.

Montessori-Philosophie

Freiheit, Erfahrung, Begeisterung und Verantwortung sind die Anker des pädagogischen Konzepts. Ziel ist es, die Kinder in ihrer Einzigartigkeit zu erkennen und zu fördern. So entsteht ein gesundes Selbstbewusstsein, das auch in einer von ständigem Wandel geprägten Welt, freie Entfaltung ermöglicht. Im Verlangen des Kindes „Hilf mir, es selbst zu tun!“ erkannte Maria Montessori die zentrale kindliche Forderung gegenüber dem Pädagogen. Dieser Satz ist zum Grundsatz der Montessori-Pädagogik geworden. Er verpflichtet den Pädagogen, jedes Kind auf seinem einzigartigen Weg des Heranwachsens zu begleiten und ihm diesen individuellen Weg zu ermöglichen.

Die Kinder und Jugendlichen sind durch ihre Leistungen beim Lernen und Arbeiten motiviert und bedürfen nicht der Bewertung von außen. Die Pädagogen beobachten und dokumentieren die Entwicklung der Kinder und Jugendlichen und werden erst aktiv, wenn wirklich Hilfe benötigt wird. Ihre entspannte, ruhige Gegenwart bietet den Lernenden Sicherheit. Dem Kind gehört der erste Platz und der Lehrer folgt ihm und unterstützt es.

Lernprozess

Bis einschließlich Klassenstufe 9 gibt es keine Noten. Stattdessen gibt es Studienbücher und regelmäßige Planungsgespräche, die Schüler bei ihrer persönlichen Zielfindung im Lernprozess unterstützen. Gemeinsam mit den Kindern werden Ziele innerhalb eines Rahmens festgelegt. Dieser individuelle Lehrplan ist der Maßstab für die Kinder und Jugendlichen. Zusammen mit den Pädagogen sind sie permanent im Austausch darüber, was sie lernen, wo ihre Stärken und Schwächen sind. Arbeitsergebnisse werden dokumentiert und präsentiert. In den Studienbüchern sind auch das schulinterne Curriculum und das Lerntagebuch enthalten. Es wird von Bemerkungen der Pädagogen sowie der Eltern begleitet.

Am Ende des Schuljahres stellt jeder Schüler eine Mappe mit den besten Arbeiten in Form eines Portfolios zusammen. Eine Selbsteinschätzung ist Inhalt eines Endjahresgespräches. Damit können die Kinder und Jugendlichen ihre eigenen Arbeiten reflektieren. Alle Schüler erhalten in diesem Gespräch einen an sie gerichteten Jahresbrief. In ihm wird die Entwicklung des vergangenen Schuljahres reflektiert, der Lernstand, Probleme und Entwicklungsmöglichkeiten beschrieben.

In der Oberschule werden die Studienbücher durch Kompetenzprofile hinsichtlich der grundlegenden oder auch vertiefenden Bearbeitung eines Themas abgelöst. Diese Profile werden für alle Fachbereiche eingerichtet. Damit wird zum einen die Vorbereitung auf den MSA, aber auch die Orientierungsphase der SEK II abgedeckt. Ab dem Halbjahr der 10. Klasse gibt es Notenzeugnisse, die jeweils um verbale Einschätzungen, Selbsteinschätzung und Portfolios ergänzt werden.

Die Abschlusszeugnisse der Freien Montessori Schule Berlin sind in allen Bundesländern anerkannt. Am Ende der Klassenstufe 10 kann neben der Großen Praktischen Arbeit (GPA), dem Montessori-Schulabschluss, der staatliche Mittlere Schulabschluss (MSA) absolviert werden. Seit 2010 gibt es eine genehmigte Abiturstufe, in der sich die Schüler der Sekundarstufe II auf die Abiturprüfungen vorbereiten.

Projekte erleben

Das, was man selbst tut, bleibt als Wissen lebenslang erhalten. Projekte sind daher fester Bestandteil des Schulalltags. Da die Schüler selbst viele Projektideen verwirklichen, ist dieser Bereich sehr lebendig und in ständigem Wandel. Zu den aktuellen Projekten der Freien Montessori Schule Berlin gehören u.a. Das grüne Klassenzimmer, das einen unmittelbare Naturerfahrung ermöglicht, Das internationale Klassenzimmer zur Förderung von Interkulturalität und Fremdsprachenerwerb, Schülerfirmen, die Dinnershow, ein großes Event im Varieté-Format mit einem Drei-Gänge-Menü für 100 Gäste, sowie eine Expertenwoche, in der Eltern, Großeltern, externe Experten und zum Teil die Pädagogen ihr Expertenwissen zu einem bestimmten Thema anbieten. Und nun gehört auch die Juryarbeit der BEO-Kids zu diesen Projekten!

Weitere Informationen zur Freien Montessori Schule Berlin finden Sie hier


„Tagebuch einer Killerkatze“
ist der Gewinner der BEO-Kids

Unser Sieger ist „Tagebuch einer Killerkatze“, gelesen von Mechthild Großmann. Ihre tiefe Stimme ist einzigartig und passt super zu den Dialogen zwischen dem Mädchen Elli und der Killerkatze Kuschel. Wir finden toll, dass die Sprecherin alles so gut betont hat und in so viele verschiedene Rollen geschlüpft ist.
Die BEO-Kids der Freien Montessori Schule Berlin
Die Geschichte wird aus der Sicht von Kuschel erzählt. Es hat uns viel Spaß gemacht, ihren Taten und Abenteuern zu lauschen. Die Stelle, als die Katze versucht, den Hasen durch die Katzenklappe zu ziehen, war am lustigsten. Wir haben beim Hören ganz viel gelacht. Danke dafür!
Die BEO-Kids der Freien Montessori Schule Berlin
Und das Ende des Hörbuchs war nicht nur für Elli und ihre Eltern überraschend, sondern auch für uns als Hörer. Es war spannend und hat uns sehr gefallen! Herzlichen Glückwunsch Mechthild Großmann!

Die BEO-Kids der Freien Montessori Schule Berlin