Kinderjury 2014

2014: Kinderjury der Herman-Nohl-Schule
in Berlin

In jedem BEO-Jahrgang wird auch der Preis der Kinderjury vergeben. In diesem Jahr küren Schüler der Herman-Nohl-Schule in Berlin-Neukölln ihren eigenen Preisträger des Deutschen Kinderhörbuchpreises.

Gemeinsam mit ihren Lehrerinnen entwickelt eine Expertengruppe von 20 Kindern der Klassenstufe 3 bis 5 zunächst Kriterien für ein gelungenes Hörbuch, setzt sich in vielfältiger künstlerischer Weise selber kreativ mit dem Thema Hören und Hörbuch auseinander und wählt schließlich aus der diesjährigen BEO-Longlist ihren eigenen Favoriten.

Bereits vor den Sommerferien starten die BEO-Kids ihre Juryarbeit, die nach der Preisverleihung als Literatur-AG an der Herman-Nohl-Schule weitergeführt werden soll. Ein Filmteam begleitet die BEO-Kids bei ihrer spannenden Hör-Arbeit. Der Mitschnitt des Kreativprozesses wird schließlich auf der feierlichen Preisverleihung des Deutschen Kinderhörbuchpreises präsentiert.

Die Schule

Die Herman-Nohl-Schule vereint eine Grundschule, ein sonderpädagogisches Förderzentrum mit dem Förderschwerpunkt ‚Lernen‘ und eine bilinguale staatliche Europaschule mit den Jahrgangsstufen 1 bis 6, die je zur Hälfte deutsche und italienische Kinder aufnimmt. Die Schüler der Förder- und Grundschule kommen aus dem sozialen Brennpunkt Berlin-Neukölln. Die Schülerschaft stammt aus 44 Nationen, der Anteil von Lernenden nicht-deutscher Herkunft liegt bei über 70 Prozent. In vielen Grundschulklassen gibt es Schüler mit unterschiedlichem sonderpädagogischem Förderbedarf, ein Großteil der Grundschulkinder stammt aus einkommensschwachen, oft bildungsfernen Familien. Der Einzugsbereich der Europaschule dagegen ist ganz Berlin, die Eltern zeigen hier ein großes Interesse an der Erziehung ihrer Kinder und fordern Angebote auf hohem Niveau ein. Diese drei Schulzweige miteinander in Einklang zu bringen, gehört zu den großen Herausforderungen für Lehrer, Eltern und Schüler.

Das Schulprogramm

Die Herman-Nohl-Schule hat es sich zur Aufgabe gemacht, die heterogene Schülerschaft zu einer inklusiven Schulgemeinschaft umzugestalten, in der jeder Schüler seinen individuellen Fähigkeiten entsprechend gefördert wird und zu einem wertvollen Mitglied der Gesellschaft heranwächst. Die Kinder und Jugendlichen werden darin unterstützt, verantwortungsbewusst und gewaltfrei zu handeln, tolerant und wertschätzend mit ihren Mitmenschen umzugehen und sich aktiv in die Schulgemeinschaft einzubringen. Lehrer und Erzieher unterschiedlicher Nationalitäten und pädagogischer Professionalisierung agieren bei der Herman-Nohl-Schule auf respektvoller Augenhöhe miteinander und stellen sich in den Dienst der Heranwachsenden. „Kinder sind das Herz einer Schule, Pädagogen sind der Kopf einer Schule, Eltern sind die Hände einer Schule, gemeinsam formen wir die Seele unserer Schule“, beschreibt die Direktorin Ilona Bernsdorf das Motto der Herman-Nohl-Schule.

Die Herman-Nohl-Schule kooperiert mit zahlreichen außerschulischen Partnern wie Ausbildungsbetrieben und Vertretern aus Kultur, Sport und Wirtschaft. Vor Schuleintritt, beim Übergang von der Grund- zur Oberschule und beim Übergang in den Beruf werden alle Schüler langfristig eng begleitet. In Projektwochen sind die Klassenteams aufgelöst und Lehrer wie Erzieher arbeiten mit gemischten Schülergruppen in Werkstattteams.
2013 war die Herman-Nohl-Schule für den Deutschen Schulpreis nominiert, 2011 Endrundenteilnehmer bei „Kinder zum Olymp“ mit dem Projekt „Pacha Mama – Mutter Erde ist krank“. Sie wurde mit dem Deutschen Präventionspreis und als Berliner Klimaschule ausgezeichnet.
herman-nohl-schule-berlin.de.

Die BEO-Kids

Gemeinsam mit ihren Lehrerinnen Monika Kirchner und Erika Gotter sagen die BEO-Kids über den Preis der Kinderjury:

„Unsere Jury setzt sich aus 20 Schülern aus dem Grundschulbereich und dem Europaschulzweig Deutsch-Italienisch zusammen. Wenn nach den Sommerferien der Ernst der Juryarbeit beginnt, werden wir schon eine Klassenstufe höher geklettert sein und in die vierten und fünften Klassen gehen. Bis zur Preisverleihung arbeiten wir in einer Arbeitsgemeinschaft zusammen. Wir sind sehr unterschiedlich, was unsere Erfahrungen mit Hörbüchern angeht. Einige wenige von uns haben schon Hörbücher zuhause und nutzen sie bereits morgens, mittags und abends. Andere wussten noch gar nicht, wie und wo man so ein ‚Ding‘ einschiebt. Aber dann eröffnete sich für alle eine neue Welt. Lauschen als Gemeinschaftserlebnis, aber auch für sich allein in eine andere Welt abtauchen: Das ist es! Es hat uns gepackt!

Wir lieben Geschichten und an unserer Schule ist literarische Bildung schon immer Trumpf. Hier lernen Kinder aus 44 verschiedenen Nationen. Unsere Schulbibliothek ist deshalb eine internationale Bibliothek. Es gibt viele Bücher in deutscher, italienischer und englischer Sprache und einige Bücher in weiteren Sprachen. Immer wieder kommen Schriftsteller zu Lesungen; traditionell findet in jedem Herbst eine Projektwoche ‚Rund ums Buch‘ statt, in der wir von Klasse 1 bis 10 jahrgangs- und klassenübergreifend zusammenarbeiten.

Unsere Schule ist kreidefrei, das heißt komplett mit Whiteboards ausgestattet. Zwei Computerräume, Notebooks und Netbooks erweitern die unerschöpflichen Möglichkeiten, die neuen Medien für die sprachliche und literarische Bildung zu nutzen. Vor allem durch Leseplattformen haben wir Zugriff auf klassische und neue Kinder- und Jugendliteratur, mit der wir viel im Unterricht arbeiten und die wir auch zuhause abrufen können. Wir nutzen die neuen Medien aber auch, um selbst kreativ zu werden. Es entstehen kleine Hörspiele und der Computer wird zum kreativen Schreiben, zum Illustrieren und Animieren genutzt.

Mit anderen Worten: Wir sind prädestiniert für die BEO-Kinderjury! Und wir sind gespannt! Die Vorfreude auf die Longlist, aus der wir auswählen, ist groß. Wir haben Lust, nun noch genauer hinzuhören und uns intensiv über das Gehörte auszutauschen. Wir wollen nach festgelegten Kriterien urteilen und nicht nur aus dem Bauch heraus oder nach persönlichem Geschmack. Besonders aber nach Kriterien, die für uns Kinder wichtig sind.“

Kinderjury Herman-Nohl-Schule
„Stichkopf und der Scheusalfinder“
ist der Gewinner der BEO-Kids

Wir haben das Hörbuch „Stichkopf und der Scheusalfinder” zum BEO-Preisträger 2014 gewählt, weil es gruselig und sehr lustig zugleich ist – wir haben uns totgelacht. Das Schicksal von dem kleinen, traurigen Stichkopf, der von seinem Meister vergessen wurde und so einsam ist, ist eigentlich traurig und hat uns sehr berührt. Er weiß es selber nicht, aber er ist ein Held und alles geht gut aus. Und es geht auch um Freundschaft. Das hässliche Ungetüm ist so liebenswert und ein wirklich „bestester“ Freund.
Die BEO-Kids der Herman-Nohl-Schule
Die Geschichte ist einfach toll und die Sprecherin liest sie spannend vor. Durch die gut verstellte Stimme werden die Monster richtig lebendig! Außerdem ist die Musik sehr passend und cool. Wenn wir „Stichkopf“ gehört haben, waren wir nicht mehr in der Schule, sondern auf der Burg Grottenow.
Die BEO-Kids der Herman-Nohl-Schule
SchülerInnen der Herman-Nohl-Schule in Berlin-Neukölln